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Bildung darf nicht reduziert werden

Interview mit Dr. Annette Schavan - Bundesministerin für Bildung und Forschung

 


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Bildung darf nicht reduziert werden

März 2009

Verfasser: Bernd Seitz/Wissen+Karriere Herausgeber

Quelle: Wissen+Karriere

Auszüge aus:

Interview mit Dr. Annette Schavan - Bundesministerin für Bildung und Forschung

"Bildung darf nicht reduziert werden"

Im Gespräch mit Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung

 

"...W+K: Zur allgemeinen Bildung der Bevölkerung gehören nicht nur die Lernmöglichkeiten an den Schulen und Universitäten. Es ist heute nahezu unabdingbar, dass jeder Mensch sein Leben lang weiter lernt und sich geistig weiterentwickelt. Was bietet unser Land im Bereich der Erwachsenenbildung an? 

 

Dr.Annette Schavan: Glücklicherweise viel. Es gibt mannigfaltige Angebote, die im weiten Feld der Erwachsenenbildung durch eine Vielfalt von Trägern angeboten werden....

 

...W+K: Viele Unternehmen investieren viel Geld und Zeit in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.  Dies nicht nur im technischen Bereich, sondern auch in der Persönlichkeitsentwicklung und zur Verbesserung der Sprachkenntnisse. Werden solche Investitionen von Seiten des Staates gesehen und vielleicht auch von Fall zu Fall unterstützt?

 

Dr. Annette Schavan: Maßnahmen zur Persönlichkeitsentwicklung sind, sofern sie nicht von den Unternehmen unterstützt werden, in erster Linie sicher Aufgabe der Mitarbeiterin und Mitarbeiter selbst. Die Bundesregierung will aber Menschen motivieren, mehr in berufsbezogene Weiterbildung zu investieren. Deshalb haben wir die Bildungsprämie aufgelegt. Mit einem Zuschuss von 154 Euro können damit Weiterbildungsmaßnahmen, die dem beruflichen Fortkommen dienen, aber nicht betrieblich veranlasst sind, unterstützt werden. Die Hälfte der Kosten muss dabei selbst übernommen werden. Um diesen Zuschuss zu erhalten, sucht man eine Beratungsstelle auf und erhält einen Gutschein, der bei einem Weiterbildungsanbieter eingelöst werden kann. Die ersten Beratungsstellen haben ihre Arbeit Anfang Dezember aufgenommen. Auf der Internetseite www.bildungs-praemie.info kann man sich umfassend informieren....

 

...M+K: Führende Unternehmens- und Mitarbeiter-Trainer stellen fest, dass bei ihren Klienten Geld und Karriere immer weniger im direkten Fokus der Wünsche stehen. Der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit wird von vielen Menschen weit mehr Bedeutung zugemessen, als dem Karriereaufbau. Trägt unser Bildungssystem dieser spürbaren Veränderung Rechnung?

 

Dr. Annette Schavan: Ein gutes Bildungssytem hat so viel Tiefe und Tragweite, dass es nicht jedem Trend hinterher laufen muss. Bildung darf nie reduziert oder verzweckt werden in dem Sinne, dass sie Karriere und möglichst viel Geld zu Ziel hat. Bildung bedeutet immer Bildung des ganzen Menschen, auch Herzensbildung. Dabei geht es auch um die Bildung des eigenen Standpunktes und einer eigenen Weitsicht, um Unterscheidungsvermögen und Abwägen können. Bildung des ganzen Menschen ist die Basis - und wenn ein in dem Sinn gebildeter Mensch dann noch Karriere macht, umso besser."