Interview mit Dr. Annette Schavan - Bundesministerin für Bildung und Forschung
Führungskräfte und Fimenchefs verspielen oft den Erfolg, den sie sich erarbeitet haben. Nach Erkenntnissen des Wirtschaftspsychologen Prof. Wolfgang Scholl von der Humboldt Universität in Berlin liegt das häufig daran, dass sie...
Fördermittel nutzen, um sich weiterzubilden: Häufig sind Krisenzeiten dafür ein günstiger Zeitpunkt
Ältere Arbeitnehmer lernen Studien zufolge nicht grundsätzlich schlechter als jüngere. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass die Lernfähigkeit mit dem Alter nicht automatisch nachlasse, sondern erst im achten...
Mitarbeiter verlassen nicht das Unternehmen, sondern ihre Vorgesetzten. Deshalb verdienen nur erstklassige Führungskräfte erstklassige Mitarbeitende. Was zeichnet aber erstklassige Arbeitsplätze aus?
Ignorante Chefs stolpern oft über mangelnde Lernfähigkeit
16.Februar 2008
Verfasser: (tmn)
Quelle: Hessisch Niedersächsische Allgemeine (HNA)
Ignorante Chefs stolpern oft über mangelnde Lernfähigkeit
Führungskräfte und Fimenchefs verspielen oft den Erfolg, den sie sich erarbeitet haben. Nach Erkenntnissen des Wirtschaftspsychologen Prof. Wolfgang Scholl von der Humboldt Universität in Berlin liegt das häufig daran, dass sie nichts mehr dazu lernen wollen: Zunächst gelinge es den erfolgreichen Managern, durch wissen, Können, Geschick und den Willen zur Macht aufzusteigen.
Doch dann lernten sie zu wenig dazu, machten Fehler und versuchten, diese durch noch größere Fehler zu korrigieren. Ihren Erfolg machen sie damit unter Umständen komplett zunichte, im Extremfall bis zum Ruin des Unternehmens.
Besser Einfluss als Macht auszuüben
Der Kardinalfehler solcher Chefs liegt Scholl zufolge dabei darin, Macht ausüben statt Einfluss nehmen zu wollen. Weil die Chance nicht genutzt wird, Neues zu lernen, eskaliere die mangelnde Einsichtsfähigkeit oft in der Verstärkung des Falschen, lautet nach Angaben der Hochschule eine Erkenntnis des Forschers. Immer skrupellosere Mittel würden eingesetzt, um den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.
Lernfähigkeit und Produktivität steigern
Häufig trauten sich Mitarbeiter dann gar nicht mehr, Warnzeichen für Fehlentwicklungen nach oben weiterzugeben – aus Angst, für solche schlechten Nachrichten bestraft zu werden. Allerdings fördert nach Beobachtung des Wirtschaftspsychologen ein „partizipativer Führungsstil“, bei dem die Mitarbeiter nicht zu Duckmäusern werden, die Lernfähigkeit aller Beteiligten. Auch die Produktivität nehme dann zu. Leitende Personen sollten deshalb auf jeden Fall auf Einflussnahme setzen, empfiehlt Prof. Scholl: Das sei nicht einfach der Verzicht auf Machtausübung, sondern die Fähigkeit, beispielsweise Informationen, Expertise und Charisma effizient einzusetzen.
Die negativen Folgen von Machtausübung ließen sich damit vermeiden. Gleichzeitig könnten alle Beteiligten mehr Wissen zur Lösung der anstehenden Probleme in Unternehmen gewinnen.
